München liest aus verbrannten Büchern!

Landscap

Das größte Fest der Literatur & der Freiheit 

 

Königsplatz, 10. Mai 1933: die Bücherverbrennung der Nazis und ihrer akademischen Sympathisanten.

Ein schreckliches Ereignis in der zeitgenössischen Geschichte. 

Ein Unglückstag für Deutschland, für die Demokratie, für die Freiheit, für das freie Denken.

 

Text: Johanna Panagiotou Mamali

Foto: Bundesarchiv_Bild_102-14597_Berlin_Opernplatz_Bücherverbrennung_wikimedia.org

Stimme: Victoria Mali 

 

Am 10 05 1933 organisierten Studenten beider Münchner Hochschulen (LMU & TU)  den sogenannten Verbrennungsakt “schädlicher und undeutscher” Literatur.

Der damalige Rektor der LMU forderte zur Teilnahme auf und sprach zuvor im Lichthof der Universität.

Anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung 1933 findet nun am heutigen Tag (10 05 2017) eine Marathon-Lesung am selben, historischen Ort statt.

Ungefähr 100 LeserInnen (Schauspieler, Autoren, Schüler, Studenten und andere Literaturfreunde) werden im 5-Minutentakt Texte und Gedichte von Autoren vorlesen, deren Bücher von den Nazis und ihren Sympathisanten verfemt und verbrannt wurden. Somit setzten sie ein Zeichen

FÜR Frieden & Gerechtigkeit

GEGEN Militarismus und Krieg

 

 

Gelesen werden Texte von Oskar Maria Graf, Heinrich Mann, Mascha Kaleko, Maxim Gorki, Erich Mühsam, Ulrich Becher, Kurt Tucholsky, Bertolt Brecht, Roda-Roda, Erich Kästner, Emil Zola, Vicky Baum, Heinrich Heine, Alfred Kerr, Ferdinand Hardekopf, Anna Seghers, Stefan Zweig u.a.

Alle diese Autoren wurden verfolgt, verjagt, ermordet. Andere wurden ins Exil oder in den Selbstmord getrieben. Die meisten von ihnen sind heute so unbekannt, wie die Nazis und ihre Anhänger es erreichen wollten. Ihre Werke wurden verboten, verbrannt und sollten für alle Zeit “ausgemerzt” werden. Viele Texte sind jedoch so aktuell, als wären sie heute geschrieben. 

Diese Lesung soll dazu beitragen, sie ins kulturelle Gedächtnis dieser Stadt und dieses Landes zurück zu holen und sie zu pflegen.

Bild: mk-online

Es lesen unter anderem Konstantin Wecker, Karl Freller, Florian Roth, Wolfgang Heubisch und Charlotte Knobloch.

Als offizieller Veranstalter dieser bedeutsamen Veranstaltung agiert das Institut für Kunst und Forschung.

Bedauerlicherweise beteiligen sich nicht die Technische Universität und die LMU als Mitveranstalter, obwohl sie 1933 den Verbrennungsakt organisierten und als Bildungsinstitutionen für junge Menschen eine besondere Verantwortung haben.

 

Die Lesungen finden von 10-18 Uhr statt.