Merkel und ihr American Dream

 

Trump empfängt Merkel

 

Vor kurzem gab unsere Kanzlerin zu, sie würde sich auf ein Gespräch mit Trump einlassen, allerdings auf der Grundlage „westlicher“ Werte, die sie aber beim heutigen Treffen doch nicht imstande war, zu verteidigen.

 

Stattdessen:

 

1. Als eine deutsche Journalistin sie auffordert, als ehemalige DDR-Bürgerin die absurde Mauer-Politik Trumps zu kritisieren, gibt sie eine verwirrende Antwort, die der gestellten Frage nicht zuzuordnen ist. 

 

2. Angela Merkel unterstützt weitere Angriffe auf Afghanistan. Sie teilt somit die Meinung Trumps, die Mission sei noch nicht zu Ende. Ins Visier geraten Syrien, Libyen und die Ukraine. 

 

3. Sie gibt zu, Deutschland wird ein braver Nato-Staat sein und mindestens 2% des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung ausgeben. Apropos: Griechenland gibt 2,3% des BIPs aus.

 

4. Sie plädiert offen für das bevorstehende Handelsabkommen mit den USA. Damit sie ihre Meinung untermauert, es handelte sich hier um ein „win-win Geschäft“ , weist sie auf die lukrative Zusammenarbeit mit Südkorea hin.

 

 

 

5. Trump bringt sie in Verlegenheit, als er dummerweise (und ohne den geringsten Beweis dafür zu haben), auf die angebliche Abhörung seitens Obama hinweist. Und fügt charmant hinzu: “This is something we have in common”. 

 

6. Während Trump sich in die Opfer-Rolle begibt und wörtlich betont: „viele Länder haben Amerika misshandelt, doch das wird sich jetzt ändern, da wir – vor allem militärisch – enorm stark werden“, gibt die Bundeskanzlerin zu, sie sei ein großer NATO-fan.

 

7. Sie kündigt an – was sie auch auf der Münchner “Sicherheits”-Konferenz stolz betonte – , Deutschland könne seinen Verteidigungsetat um 8% im Jahr steigern.

 

8. Ein Pluspunkt: Sie reagiert mit Gelassenheit, als er quasi den Wunsch äußert, das übliche Händeschütteln (handshake) wegzulassen.

 

Also wenn das jetzt die westlichen Werte sind, würde ich lieber in einem anderen Ort, sogar auf einem anderen Planeten leben wollen.  

 

Foto: © ntv

Text: Johanna Panagiotou