Flüchtlingsaufnahme: Der Mythos über die großen Zahlen

Laut Eurostat (siehe Tabelle) nimmt Deutschland in absoluten Zahlen die meisten Flüchtlinge auf, bezogen auf die Einwohnerzahl aber nicht. Hier liegen andere Länder für das Jahr 2014 deutlich vorne – Schweden mit etwa 7,8 Asyl-Erstanträgen pro 1000 Einwohnern, Ungarn mit 4,2 pro 1000 oder das kleine Malta, wo 3 neue Asylbewerber auf 1000 Einwohner kommen. Aber auch Dänemark (2,5 pro 1000), Schweiz (2,7 pro 1000), Norwegen (2,5 pro 1000) liegen vor Deutschland. Hier kommen rund 2,1 Asylbewerber auf 1000 Einwohner.

Asylantrage Eurostat

In Frankreich hingegen ist die Quote für 2014 deutlich niedriger und liegt bei nur rund 0,9 Asylbewerbern pro 1000, weniger noch verzeichneten Finnland (0,6 pro 1000), Großbritannien (etwa 0,5 pro 1000), Spanien (0,1 pro 1000) und Tschechien (0,09 pro 1000). Quelle/Text: Spiegel.

Rechtsextremismus und Absurdität

Frankreich, Europawahl 2014: Der Front National (Le Pen) war mit 24,86 % der Wählerstimmen erstmals die französische Partei mit den meisten Wählerstimmen.

Berlin-Wahl am 18.09.2016: Die AfD zieht nicht nur mit 25 Parlamentariern ins Berliner Abgeordnetenhaus ein, sondern hat auch Anspruch auf je einen Stadtratsposten in sieben Bezirken. In Marzahn-Hellersdorf lag die Partei für die (BVV) mit 23,2 Prozent auf dem zweiten Platz hinter den Linken (26 Prozent).

Bei beiden Fällen war die „Angst“ vor Flüchtlinge eines der Hauptargumente im Wahlkampf der o.g. rechts-populistischen Parteien.

Der Feind muss erfunden werden 

Nach Griechenland kamen zwar im Jahr 2014 laut Angaben des UNHCR 43.500 Flüchtlinge über das Mittelmeer, in dem Land wurden aber nur etwa 7500 Erstanträge gestellt. Diese Diskrepanz ist damit zu erklären, dass es in Griechenland oft nicht möglich ist, einen Asylantrag zu stellen. Quelle/Text: Spiegel.

Auch im Land, das sich von der Krise noch nicht erholt hat und vom rechtsextremen Milieu offen gegen Flüchtlinge gehetzt wird, sind die Neonazis (Goldene Morgenröte) immer noch die drittgrößte Partei im griechischen Parlament. Die schwierige Lage der Flüchtlinge nutzte auch die rechtsextreme Bewegung „Ankunft der Griechen“ (die ohne Scham und äußerst provokativ gegen Behinderte und Juden Stellung nimmt) aus, um ihre Präsenz zu erhöhen.

Bildungspolitik statt Flüchtlingspolitik

Was kann man also dagegen unternehmen?

Die Antwort gab der Karikaturist Jochen Schaudig: „Wenn im Land mit der geringsten Bevölkerungsdichte und den wenigsten Flüchtlingen 22% die AfD wählen, aus Angst vor Flüchtlinge, dann sollte die Regierung nicht ihre Flüchtlingspolitik überdenken. Sondern die Bildungspolitik“. Quelle: Facebook.