Anastasias Kampf wird belohnt!

Anastasias Kampf wird belohnt

Ein großer Freundeskreis – so ließ sich die Atmosphäre im Max-Joseph-Saal der Münchener Residenz am 30. Oktober 2015 bezeichnen, auch wenn der Anlass eine offizielle Versammlung war. An diesem Tag wurde nämlich Anastasia Dick für ihr langjähriges, ehrenamtliches Werk mit der Bayerischen Staatsmedaille für Soziale Verdienste ausgezeichnet. Die Auszeichnung der Bayerischen Staatsregierung hat ihr persönlich Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Familie und Integration, überreicht.

Zur Person

Viele Jahre engagierter Beschäftigung im Vorstand des Vereins „Griechen aus Pontos in München“, aktuelle Mitarbeit im Bund der Pontos-Griechen in Europa, Tätigkeit als Ansprechpartnerin im Migrantinnen-Netzwerk Bayern – damit sind nur einige der wichtigsten Aktivitäten von Frau Dick genannt.

Mit ihrer unermüdlichen Arbeit leistet sie stets einen enormen Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbgutes der Pontos-Griechen, ihrer Bräuchen und Traditionen. Parallel bemüht sich die Aktivistin um eine qualitative Integration der jungen Pontier in die deutsche Gesellschaft, indem sie um die Teilnahme der pontisch-griechischen Jugend an den Veranstaltungen der bayerischen Jugendorganisationen sorgt.

Eine Brücke zwischen den Völkern bauen

Einen wichtigen Schwerpunkt der Tätigkeit von Anastasia Dick bildet die Aufklärung über die Geschichte ihres Volkes und der Kampf um die Anerkennung des Genozids von Pontos-Griechen durch das Osmanische Reich. Ihrer Meinung nach, ist eine ständige Aufarbeitung dieser tragischen Seiten der europäischen Geschichte aus vielen Gründen notwendig. Neben dem Gedenken an die Opfer und der Stärkung von Solidarität mit anderen Völkern (z. B. Armeniern und Assyrern), die eigene Genozide erlitten hatten, findet sie den Aufbau des wirksamen Dialogs zur Verständigung und Versöhnung des griechischen und des türkischen Volkes grundlegend. Ihr Kampf sollte unter anderem der Vergangenheitsbewältigung in der Türkei dienen – eine Voraussetzung für den Demokratisierungsprozess des Landes.

Anastasias Errungenschaft genoss auch unter den Griechen eine feierliche Würdigung. An einem Sonntag fand in der Allerheiligen-Kirche eine zusätzliche Gratulation für Anastasia Dick statt. Erzpriester Apostolos Malamoussis hat sie in seinen Grußworten für ihr lebenslanges selbstloses Werk besonders herzlich bedankt. Ihre stetige Beteiligung an der Organisation von kulturellen Veranstaltungen der Allerheiligen-Kirche, z. B. der Griechisch-Bayerischen Kulturtage, ist nicht zu unterschätzen. In ihrer Antwort betonte Frau Dick ihren Wunsch, auch weiterhin den Kampf um die Rechte der Pontos-Griechen und um die Anerkennung des Völkermords fortzusetzen.

Anastasias Kampf wird belohntWir gratulieren Anastasia Dick zu ihrem Erfolg und wünschen ihr weiterhin viel Kraft in ihrem unermüdlichen Werk!

Der Verleihung haben der Erzpriester des Ökumenischen Patriarchats und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie Deutschlands Apostolos Malamoussis, die griechische Konsulin Johanna Tsoraka, der Präsident der Griechischen Akademie Stavros Konstantinidis, der Präsident der Griechen aus Pontos Grigoris Giannoulidis, der Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Bundes der Pontos-Griechen Europas Ilias Mavridis und Christos Galanidis, der Vorsitzende des Bundes der griechischen Vereine in München Georgios Tsoraklidis, der Vertreter des Zentralen Komitees des Östlichen Christentums Kurt Paulus, der große Philhellene Dr. Klaus Gallas sowie das Mitglied des Vereins der Pontos- Griechen Christos Marasidis und der Diakon der Allerheiligen-Kirche Georgios Siomos beigewohnt. Besonders wichtig für Frau Dick war an diesem feierlichen Tag die Anwesenheit ihres Mannes Petros Dick und ihrer Enkeltochter Ivi.