Mediterrane Ernährungsweise schützt vor Gehirnabbauprozessen

Meditarranean Food Palette

Die mediterrane Ernährungsform könnte in Zukunft verstärkt dafür eingesetzt werden, sowohl dem Altern des Gehirns, als auch dem Gehirnschwund entgegenzuwirken.

Brainfood – sogenannte Nahrungsmittel, die dem Gehirn zu Gute kommen, sind eine beliebte Bezugsquelle für die vermeintliche Optimierung der Gedächtnisleistungen.

Vollkornprodukte, Fisch, Nüsse, Blaubeeren, Tomaten, Vitamin C, Brokkoli und Kürbiskerne werden als solche Hilfsquelle gehandelt.

Eine neue Studie (DOI: http:/ / dx. doi. org/ 10. 1212/ WNL.0000000000002121) hat nun den Effekt einer mediterranen Ernährung auf die Größe des Gehirns bei älteren Menschen untersucht.

Der mediterrane Ernährungsstil involviert vor allem Fisch und Meeresfrüchte, pflanzliche Quellen wie Obst, Gemüse, Früchte, Bohnen, Nüsse, Hülsenfrüchte und gesunde Fette wie Olivenöl, welche als Alternative zur Butter fungieren. Im Zuge dieser Ernährungsform wird der Konsum von Milchprodukten und rotem Fleisch stark eingeschränkt.

Der Wissenschaftler Yian Gu, Columbia University, New York hat mit seinen Kollegen erforscht, inwiefern die mediterrane Ernährungsweise den Gehirnabbauprozessen entgegenwirkt. Der damit einhergehende Verlust an Gehirnzellen ist ein gängiger Prozess im Zuge des Alterns.

Die Forscher untersuchten 674 Studienteilnehmer, die im Durchschnitt ein Alter von 80 Jahren verbuchten und keine Demenzsymptome aufwiesen. Die Probanden füllten einen Fragebogen aus, der ihre Essgewohnheiten der vergangenen Jahre dokumentierte.

Die Studienteilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, die erste Gruppe umfasste Probanden, die mindestens 5 Komponenten der mediterranen Lebensmittel in ihren Ernährungsplan inkludierten. Die andere Gruppe widmete sich der mediterranen Ernährungsweise nur geringfügig.

Mediterraner Ernährungsstil schützte das Gehirn vor fünfjährigem Alterungsprozess.

Nach sieben monatigem Einhalten der Ernährungsformen, unterzogen sich die Probanden einem Gehirnscan. Den Wissenschaftlern wurde somit ermöglicht, das Volumen des Gehirns zu bewerten.

Im Vergleich zu der Gruppe, die sich nur geringfügig mediterran ernährte, verbuchten die sich verstärkt mediterran ernährenden Probanden ein um 13,11 mm größeres Gehirnvolumen. Für die graue Hirnmasse wurde ein um 5 mm größeres Volumen dokumentiert, während die weiße Hirnmasse um 6,41 mm größer war.

Yian Gu vermerkte, dass die Unterschiede der Gehirnvolumen zwischen den Gruppen zu einem Alterungsprozess von ungefähr 5 Jahren äquivalent wären, was bedeutet, dass den Probanden, die der mediterranen Ernährungsweise folgten, ein Gehirnabbauprozess von ungefähr 5 Jahren erspart blieb.

Präzise verbuchten die Wissenschaftler, dass die Einhaltung der mediterranen Ernährungsform einen positiven Einfluss auf den Gehirnschwund ausübte. Wer Fisch mindestens 3 bis 5 Mal wöchentlich konsumierte und den täglichen Fleischkonsum auf höchstens 100 g beschränkte, wirkte dem Verlust von Gehirnzellen gezielt entgegen. Das entspricht in etwa dem Alterungsprozess von 3 bis 4 Jahren.

Yian Gu gestand, dass die Studie keine kausale Korrelation zwischen dem mediterranen Ernährungsstil und der Prävention des Gehirnschwunds offeriert. “Die Möglichkeit, mit einer mediterranen Ernährungsweise das Gehirn potentiell vor Abbauprozessen und dem Altern zu schützen, ist vielversprechend”, so der Wissenschaftler.

Die 103-jährige Amalia Prinari (Foto vor 2 Jahren) in ihrem Garten in Kreta.

 

 

Ein Beweis, dass die mediterra­ne Ernährung für Langlebigkeit und gesundes Gehirn sorgt: Die 103-jährige Amalia Prinari (Foto vor 2 Jahren) in ihrem Garten in Kreta.